
Kronen Zeitung
ÜBERRASCHUNGEN ERLEBT
Rapids Weimann will auf den WM-Zug aufspringen!
Seit drei Wochen ist Andreas Weimann zurück bei Rapid. In dieser kurzen Zeit hat der Stürmer-Routinier bereits so manche Überraschung erlebt. „Dass ich von Anfang an gespielt habe, war eine Überraschung. Dass ich letzte Woche Kapitän war, auch“, sagte Weimann. Nach fast zwei Jahrzehnten in England will er über seine einstigen sportlichen Wurzeln auf den WM-Zug mit dem ÖFB-Team aufspringen. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich würde nicht gern bei der WM dabei sein.“
Zuletzt stand der 24-fache Nationalteamspieler (zwei Tore) im September 2025 im Kader von Teamchef Ralf Rangnick. „Es wird sicher schwer, weil wir sehr gute Fußballer haben. Aber ich will alles probieren“, sagte der 34-Jährige. Seit der Nations League 2022, in der er regelmäßig zum Einsatz kam, war er immer wieder Teil des ÖFB-Kaders. Tatsächlich am Platz stand er für sein Heimatland seither in Summe aber nur etwa 90 Minuten.
Postwendend Rapid-Kapitän
Bei Rapid schlüpfte er auf Anhieb in eine tragende Rolle. Den ersten Sieg der Wiener nach zwölf erfolglosen Anläufen gegen den WAC (2:0) bejubelte Weimann zuletzt sogar als Kapitän, Matthias Seidl kam als etatmäßiger Spielführer von der Bank. „Ich bin sehr stolz, dass ich Kapitän sein durfte. Aber es verändert überhaupt nicht, wie ich spiele. Ich glaube, das ist im heutigen Fußball ganz egal. Es sollte jeder am Platz ein Leader sein.“
Als von der englischen Championship geeichter Spieler will er vorangehen. So mancher Foulpfiff hat ihn in den ersten drei Spielen seit seiner Rückkehr in Österreich doch überrascht. Weimann ist mitunter eine andere Form der Zweikampfführung von der Insel gewohnt. Nun wartet Altachs Abwehrbollwerk. „Mich stört‘s nicht, wenn es am Sonntag ein bisschen härter zugeht.“ Auch ihm fiel auf, dass das Selbstvertrauen im Rapid-Kader „ziemlich weit unten“ war. Die Schnelllebigkeit des Fußballs bietet aber gewisse Chancen. „Wenn man ein Spiel gewinnt, kann sich sofort alles wieder drehen. Diese Woche haben wir sehr gut trainiert“, ließ Weimann vor dem Gastspiel in Altach (17.00 Uhr) wissen.
Er traf bereits in Altach
Noch wartet er auf seinen ersten Treffer für Rapid im Profibereich. „Ich weiß, dass ich Tore schießen kann und bin zuversichtlich, dass ich die Tore auch mache, wenn ich die Chancen bekommen“, sagte Weimann. Auch eine längere Durststrecke fürchtet er nicht. „Das dauert noch lange, bis ich grübeln anfange.“ Im Altacher Schnabelholz hat er schon gejubelt. Vor 14 Jahren traf er im Trikot der ÖFB-U21 zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Schottland.
Hoff Thorup, der Weimanns Persönlichkeit und Erfahrung schätzt, ließ am Freitag bei einem Medientermin offen, ob Weimann auch demnächst wieder die Schleife trägt. Vom neuen Rapid-Trainer wurde Weimann schon ganz vorne als auch hinter der Spitze eingesetzt. „Ich kann auf der 9 und auf der 10 spielen. Ich glaube, als zweite Spitze bin ich am besten, aber ich fühle mich auch alleine vorne sehr wohl“, sagte Weimann zu seiner Positionierung.
Bis Sommer ausgeliehen
Der Stürmer, der als Teenager im Rapid-Nachwuchs kickte und seither für Aston Villa, Watford FC, Derby County, Wolverhampton Wanderers, Bristol City, West Bromwich Albion und Blackburn Rovers – zuletzt also zumeist in Englands zweiter Liga – spielte, ist vorerst leihweise bis Saisonende von Derby County ausgeliehen. Es gibt wohl eine vereinsseitige Option seines Stammclubs. Alles andere ist laut Weimann unbesprochene Zukunftsmusik.
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